Es gibt noch mehr wahnsinnige Leute auf der Welt, die ihre Sachen packen und losziehen. Den Titel hätte ich zwar gerne für mich gepachtet aber es gibt noch genügend andere Rekorde zu knacken. Daher möchte ich auf zwei wunderbare Projekte aufmerksam machen, die auch beide wohl früher beginnen werden als meins:
Sonic Iceland. Kai macht es wieder vor und startet das Projekt Sonic Iceland. Mit seinem Kumpel Marcel will er nach Island um die dort beheimatete Musikszene zu erkunden. Verdammt nice!
Uns geht es nicht darum, ein paar langweilige Interviews zu führen, sondern wir wollen richtig in Kontakt mit den Musikern kommen, sehen wie sie leben, arbeiten, feiern und natürlich Musik machen. Quasi das echte Leben einfangen. Wir wollen herausfinden, wieso es so unglaublich viele Talente in der isländischen Musik gibt und ob es Zusammenhänge zwischen der Natur, dem Leben in Island und dem musikalischen Output gibt.
Aus diesem Projekt soll schließlich sogar ein Buch entstehen- ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, diese Idee gut zu finden. Daran merkt man auch, dass man so etwas nicht immer unbedingt mit Backpack und jahrelangem sparen machen muss. Man kann durchaus auch einen Plan A haben, den man dann durchzieht. Respekt!
Etwas chaotischer und wahrscheinlich auch bekloppter geht es da schon bei Amateurs In Africa zu. Mein (noch) Mitbewohner Ben, den ich liebevoll auch “den Australier” nenne, zieht nach sechs Monaten weiter und macht mit seinem besten Kumpel Mitch einen Abstecher nach Afrika für fünf Monate. In dieser Zeit wollen die zwei ihre Erfahrungen dokumentieren.
Obwohl ich ja befürchtet hatte, dass die beiden Backpacker als Schreiberlinge nichts taugen würden, hat sich herausgestellt, dass Ben ein begnadetes Talent ist und außerdem auch noch Filme schneiden kann. Wer also die zwei Brocken Englisch versteht sollte die Verwüstung von Mitch und Ben auf jeden Fall im Auge behalten, hier schon mal ihr Intro-Video:
Übrigens: wer noch mehr Blogs und Dokus über Reisende (vor allem Backpacker) kennt, der darf sie gerne mit mir teilen.
Seit einigen Tagen liegt bei mir nun der Lonely Planet “Southeast Asia on a Shoestring” neben meinem Bett, und ich glaube, ich habe seit Harry Potter keinen Text so schnell vernichtet wie diesen Guide. Ich wollte eigentlich nichts über meine Reiseziele wissen, bevor ich nicht in den Flieger steige; wegen der Spannung, dem Gefühl der Fremdheit, dass ich so liebe.
Andererseits verzehre ich mich nach der Geschichte eines Landes. Zwar interessiere ich mich selten für aktuelle Zustände in Politik und Wirtschaft, aber oh, ich liebe die Geschichte von Kulturen und die Entwicklung von Gesellschaften. Ich will nicht meine Reise damit verbringen, Wissen anzueignen, sondern zumindest ein rudimentäres Gefühl für das bekommen, was ich mit einem bisschen Hintergrundwissen verknüpfen werden kann.
Deshalb auch so ein stark komprimiertes Buch, dass die Highlights und Stichpunkte auflistet. Wenn mich etwas bannt, dann notiere ich es mir, damit ich es vor der Reise noch mal genauer Nachschlagen kann- etwa ein Land, dass ich gar nicht auf dem Radar hatte, oder eine Sehenswürdigkeit, von der ich nichts wusste. So kann ich meiner Reise schon mal eine Form geben, und meiner Vorstellung ein bisschen Futter. Wir wissen ja: Vorfreude ist die schönste Freude..
Um das Ganze noch mal zu unterstreichen habe ich bei Fubiz eben ein Video gefunden, das meinem Fernweh ungeglaubte Ausmaße gibt.. ich war noch nie in meinem Leben so glücklich wie jetzt, mit einem Plan im Kopf, mit Vorstellungen in der Platte, die ich nie hatte und einer inneren Erregung… ich will es spüren, man. So richtig. Mir wird immer stärker bewusst, dass mein Leben gerade so gut ist, wie es selten Menschen haben. Und nichts kann mich dahingehend enttäuschen. Scheisse, selbst wenn meine Reise nicht klappt, egal aus welchen Gründen auch immer: alleine für dieses Gefühl hat es sich schon gelohnt.
Une captation de 24h à travers la Thaïlande, le Cambodge et le Vietnam durant le mois d’août 2009. Un travail d’édition par Ivan Vania sur une très belle bande son de Yann Tiersen “Au-dessous du volcan”. Le tout a été filmé avec un Canon 5D Mark II.
Wie viel Geld brauche ich für eine Weltreise? Kurze Antwort: Ich habe nicht den leisesten Hauch einer Ahnung.
Allerdings habe ich mittlerweile so viele Erfahrungsberichte konsumiert, dass ich den Tagessatz aller Länder der Welt schon ausatmen kann. Nun, es gibt den durchschnittlichen “Lebenspreis” für einen Backpacker pro Land, und es gibt den individuellen. Meinen habe ich mir durch einige Fragen erschlossen und schließlich aus Erfahrungsberichten zusammengesetzt.
Daraus habe ich ein Excel Sheet gebastelt, welches in etwa demonstriert, wie so eine Berechnung aussehen könnte. Dieses Excel Sheet könnt ihr euch gerne downloaden und gucken, wie lange ihr für euren Traumtrip hungern müsstet.
So sieht die Kostenkalkulation für meine Weltreise bisher aus:
Visa (W&T Australien, Thailand, Laos, Vietnam, Kambodscha, Indonesien, Südafrika): ca. 400 €
Unterkunft & Verpflegung pro Land:
Kambodscha (14 Tage): 140 €
Laos (14 Tage): 140 €
Thailand (25 Tage): 375 €
Vietnam (10 Tage): 100 €
Indonesien (7 Tage): 140 €
Südafrika (20 Tage): 400 €
Marokko (10 Tage): 150 €
West-Afrika (10 Tage): 250 €
Australien (180 Tage): 7200 €
Insgesamt: 13.589,00 €
Da ich persönlich 6 Monate in Australien auch arbeiten werde und mit 700 € im Monat rechne (ich weiß, alle Hackfressen und Miesepeter schreien jetzt wieder “unrealistisch”, aber Vitamin B und ein bisschen Grips werden auch in Oz nicht schwieriger zu nutzen sein als in Berlin) wird das noch mal von den Gesamtkosten abgezogen; ich bleibe also bei knapp 10.000 € stehen.
Idealerweise habe ich mir genau das für die Weltreise vorgenommen. Wer jetzt denkt, ich hab um mein Budget herum geplant, der, joah, der hat wahrscheinlich auch Recht, aber wie soll man das auch sonst machen..
Falls ihr euch jetzt denkt, oh mein Gott, wie kann man denn nur 10 € am Tag einplanen, ist die Alte jetzt komplett übergeschnappt — abgesehen davon, dass ich tatsächlich bekloppt bin und gerne nachts alten Rentnern das Bein stelle und dann wie eine Hyäne kichernd nackt wegrenne- ich schaffe es durchaus, nur 10 € am Tag einzuplanen.
Ich habe mal ausgerechnet, was ich hier in Berlin so ausgebe, das sind (bis auf so Luxusgüter wie Zahnarzt, übrigens werde ich das wohl bis an mein Lebensende immer und immer wieder durchkauen, so lange, bis Gerechtigkeit gewährt wird und mir die Krankenkasse mir aus irgendeinem Grund völlig unwissend tausende von Euros überweist, jawohl) genau 19 € am Tag, da ist Miete und Telefon und so weiter schon drin, also ich bitte euch. Und so viel Schnickschnack und Einkaufen bei teuer Kaiser’s werd ich mir in Südostasien gar nicht gönnen müssen.
Aber damit sich auch die Mutter keine Sorgen macht: ja, da ist noch Luft nach oben. Und ich habe bei vielen Dingen echt herzhaft kalkuliert, zum Beispiel bei den Tickets und bei der Ausrüstung. Außerdem werde ich noch eine fette Abschiedsparty schmeissen, bei der ich mir so Dinge wie die Kamera oder, was weiß ich nicht, Flip Flops schenken lasse. Muss ja auch mal sein, wozu hat man denn schließlich Freunde.
Wenn ihr noch Fragen habt, stellt sie jemanden der nicht mit seinen eigenen Problemen zu kämpfen hat.
Aber weil ich so gütig bin: diese Leitfragen haben mir dabei geholfen einen individuellen Durchschnitt pro Land für mich herzuleiten. Ich will definitiv so günstig wie möglich herumkommen, und das sind die Entscheidungen, die ich diesbezüglich getroffen habe…
Posted: February 5th, 2010 | Author:S | Filed under:Idee | No Comments »
Yup, sieht ein bisschen anders aus hier. Ich muss die Webseite ein bisschen “werbefreundlicher” gestalten, ich hoffe, ihr könnt mir dahingehend verzeihen. Irgendwann muss ich auch mal alle SEO-Waffen rausholen und fleißig Linkbuilding, Keywordrecherche und On-Page optimieren- ist ja auch nicht gerade einfach, wenn man über Adsense Geld verdienen möchte. Was wahrscheinlich auch nicht passiert. Aber probieren kann man es ja. In diesem Sinne: S2E2VKUGQ5UR (dieser Code ist für Technorati).
Updates zur Planung (und zum Frust. Vor allem zum Frust) gibt es dann am Wochenende.
Oh man, dieser ganze Papierkram nervt mich extrem. Am liebsten würde ich mir nur schnell einen Rucksack um die Schultern schnallen, zum Flughafen fahren, wahllos ein Ticket lösen und dann ab die Rambazamba.
Aber nein. Ohne die ätzende Bürokratie dazwischen würde es ja auch keinen Spaß machen. Also habe ich mir mal ein paar Dinge angeschaut und festgestellt, dass mein Reisepass, der so aussieht als hätte ein Hund ihn mit Hausaufgaben verwechselt, einfach mal 2011 abläuft- mitten in meinem Trip. Das heisst, ich darf zusätzlich zu dem ganzen anderen Schnickschnack auch noch für einen neuen Reisepass bezahlen, und seit Einführung des ePass-Gedöhns sind das ja nicht mehr nur 20 € Bearbeitungsgebühr, sondern biometrische Bilder, Fingerabdrücke und High-Tech-Shit, und das kostet mich ein Batmobil. Hard Facts? Here you go.
Reisepass Kosten
Antragstellung des Reisepass vor Vollendung des 24. Lebensjahres (Gültigkeit sechs Jahre):
32-seitiger Reisepass: 37,50 €
48-seitiger Reisepass: 59,50 €
Express-Reisepass – 32 Seiten (innerhalb von 72 Stunden): 69,50 €
Express-Reisepass – 48 Seiten (innerhalb von 72 Stunden): 91,50 €
Ach, nichts macht gerade so viel Spaß wie auf diesen großartigen Countdown zu starren. Alles scheint so müßig und schwermütig. Gerade nach Amsterdam – oh, es gibt so viel über Amsterdam zu erzählen -, wo ich mal ganz kurz Teil der großen Reise werden durfte. Gerade jetzt macht es einfach keinen Spaß mehr, hier zu sein, obwohl noch einige Tage auszuhalten sind.
Stay strong. Updates gibt es am Wochenende.
(Danke noch mal an Christian für deine Hilfe!)
Diese Woche war es relativ ruhig um meine Pläne- ich war beschäftigt damit, den Zahnarzt herunter zu feilschen und rauszufinden, ob ich meinen Reisepass auch in Berlin beantragen kann (obwohl ich nicht gemeldet bin — und nein, es geht nicht). Mit dem Pass habe ich es nicht eilig, die Zähne sollten vor der Reise allerdings schon gemacht sein, sonst sitze ich irgendwo im australischen Outback und muss mir von Aborigines anal irgendwelche Kräuter einführen lassen.
Da bevorzuge ich doch die gute Bohrmaschine und eine saftige Packung Koma-Pillen.
In der Zwischenzeit…
Neben dem Geldstress, der Arbeit und den sozialen Obligationen kommt noch eine gewisse Wanderlust hinzu, die sich nicht für die Reise aufsparen lässt. Plötzlich verteilt sich ein nicht unerheblicher Teil meines Freundeskreises in den Breiten Europas und einer nach dem anderen laden sie mich ein, mal einen Besuch zu opfern. Ob ich vorbeikommen will?
NATÜRLICH WILL ICH VORBEIKOMMEN DU ALTE BUTTERBIRNE!
Nur so einfach ist das nicht, wenn ich nebenbei für einen viel größeren Trip spare. Klar, nach Prag ist es recht übersichtlich, aber wenn man das alle 2 Monate macht dann kommt das mit dem Sparen halt nicht mehr so hin (mal ganz abgesehen von den Extrakosten, die sich hier gerade anhäufen.. War ja klar dass wieder irgendwas explodieren muss, wenn ich entscheide, sparen zu wollen). Ob ich es dann am Ende auf Kosten der großen Reise mache oder nicht, wird sich wohl herausstellen, wenn es so weit ist..
So eine Gelegenheit bietet sich gerade mit Amsterdam, wo ich Donnerstag hinfahren werde (diese Entscheidung ist aus vielen Gründen recht indiskutabel. Verdammt teuer und bescheuert? Ja. Kann ich in diesem Fall darauf verzichten? No way José!) – und zwar in guter Backpacking-Manier mit Rucksack und keiner Ahnung, wo ich die Nächte verbringe. Ich war erst letzten August (das erste Mal) in Amsterdam, auch für knapp fünf Tage, und es war einer der schönsten Aufenthalte meines Lebens. Das hatte nicht viel mit Amsterdam selbst zu tun- es war der Sommer, meine Freunde, meine Laune und der Perspektive, die ich damals für mich selbst fand.
Ein bisschen war es auch Amsterdam.
Nun wird es auch diesmal eine Art Urlaub, aber anders- nicht die Freunde, sondern die Leidenschaft drängt mich, wenn ich es so ausdrücken soll. Ich fühle mich in einer schwierigen Situation: ich erinnere mich an Amsterdam in voller Freude, mit den Bildern von ausgelassenem Lachen und meinen Girls mit mir, wie wir in kleinen Booten fahren und andere Touristen für ihre Brustbeutel auslachen. Ich habe Angst, jetzt im Winter zurückzukehren, aus anderem Anlass, und diese Erinnerungen von Amsterdam mit anderen zu bedeckeln.
Macht das Sinn? Ich ticke da vielleicht falsch, aber: ich ticke so. Ähnlich, wie ein Song mich für immer an einen Gedanken binden wird, so binden mich Erfahrungen an Städte.. Bis sie von anderen abgelöst werden.
Amsterdam also.
Da ich dort gleichzeitig auch Fremdenführerin spielen werden muss, würde mich mal interessieren, was es so außerhalb der Touri-Zone zu begutachten gibt? Rotlicht ist klar, Coffee Shops ist klar, Clubs haben wir damals nicht einen interessanten gefunden und Fahrrad fahren wird bei dem Wetter eher kompliziert- mir gehen die Ideen aus, Jungs und Mädels. Wer also noch einen heißen Tipp für unsere holländische Lieblingsstadt loswerden kann ist hiermit herzlich dazu eingeladen.
Als es für mich mental feststand, dass ich auf Weltreise gehen würde, habe ich mir schon mal sorgfältig eine bescheidene Route in meinem Kopf ausgelegt. Diese Route bestand aus jedem Kontinent, jedem Land und jeder Stadt der Welt. Ich stellte mir vor, wie ich mich im Amazonas durch den Dschungel kämpfe, in Japan eine Ninja-Ausbildung mache und in Texas Cowgirl spiele. Als ich damit fertig war gab ich dem Nachbarsjungen sein Plastikschwert zurück und schaltete den Größenwahn wieder ab.
Es ist jetzt 3:30 in der Nacht, ich habe Fieber und kann seit Wochen nicht mehr durch die Nase atmen und höre mich an wie ein betrunkener Darth Vader. Der Himmel über Berlin ist dunkel und rot, man sagt uns einen katastrophalen Schneesturm mit dem Schlampenamen Daisy an. Die nächsten Tage werde ich mich von meinen ausreichenden Fettreserven in den Oberschenkeln ernähren. Ich bin totmüde und mein Gesicht brennt von den Tempos, die anscheinend nur noch aus groben Holzspänen produziert werden. Sie nennen es Recycling. Ich nenne es Brandnarben auf dem Hautlappen, der sich um meinen Schädel spannt.
Und trotz all dem sitze ich hier und arbeite an meiner Weltreise, an der Planung, an der Finanzierung. Unter der Woche habe ich einen Vollzeitjob und noch einen anderen Blog zu bedienen, beides sozusagen Prioritäten im Leben. Über soziale Verpflichtungen bzw. soziale Bedürfnisse brauchen wir uns gar nicht erst zu unterhalten. Nur am Wochenende habe ich also die Gelegenheit, mich ausgiebig mit meinem Vorhaben zu beschäftigen. Und das tue ich mit dem größtem orgasmischen Enthusiasmus, den man sich so vorstellen kann.
Seitdem ich mich also so auf diesen Gedanken mit der Weltreise gestürzt habe und mein eigenes The Beach erleben möchte, kriege ich es nicht mehr aus dem Kopf. Ich bin selbst davon überrascht, wie sehr ich anderen damit auch auf die Nerven gehe (solltet ihr es noch nicht spüren: glaubt mir, es gibt Menschen, die leiden gerade darunter. Für die nächsten 10 Monate sehe ich da auch kaum Besserung). Ich glaube, die Leute in meiner Umgebung würden sich lieber die Kugel oder sogar alle Twilight Filme ansehen, als sich noch ein weiteres Wort darüber anzuhören, ob ich nun Tampons mitnehme oder doch liebe den Menstruationscup.
Eine Sache ist da aber, die mir aufgefallen ist- sozusagen der Grund, wieso ich nicht aufhöre, darüber zu reden: das Glitzern in den Augen derer, die auf einmal auf den Geschmack kommen. Ich gehe nicht davon aus, dass jemand spontan Commitment zeigt, die Pferde sattelt und Halligalli Rambazamba schreit, aber es ist da, das Funkeln, der Traum, ein Spritzer Vodka für die Cola gefälligst? Es ist sehr wohl möglich, dass ich dieses Funkeln des Traumes und der Vorstellungen und der Vorfreude mit dem Glitzern des Wahnsinns, Hasses und größter Tollwut verwechsel, aber ich bilde mir einfach mal ein, dass es nicht so ist. Jeder liebt mich. Das muss ja irgendwie was wert sein.
Ich nenne es das Virus, weil es sich umhertreibt und Menschen ansteckt. Das Virus der Reisenden. Das Momentum eines Träumers. Vielleicht muss es auch gar nicht um eine Weltreise gehen, obwohl dass so ziemlich das Symbolbild der Freiheit darstellt– wahrscheinlich sind es die Träume, alt, verstaubt, vergessen, die zum Leben erwachen. Astronaut werden. Porsche fahren. Tiefseetauchen. Einmal, irgendwann, eines Tages.
Ich werde es wahr machen. Ich freue mich über jeden, den ich anstecken kann. Ich hoffe, dass das Virus nicht zu einem Parasit wird, der mir das letzte bisschen Hirn aus der Butterbirne saugt. Ich glaube, dass wird alles ziemlich nice.
Bei meinem krampfhaften Versuch, Geld zu sparen, heisst es ab nächster Woche: adios, liebes Mobiltelefon (in Fachkreisen auch “Handy” genannt, in meiner Welt ein verstoßenes Wort welches mich hin und wieder zum Würgen bringt). Oder vielmehr: Tschüssikowski, Vertragsbindung. Dat jute Stück Papier läuft zwar mit T-Mobile offiziell noch bis in den Oktober (also bis zu meiner Abreise), aber ich werde den Tarif dahingehend ändern, dass ich keine Grundgebühr mehr zahlen muss. So können Mami und Papi weiterhin netzintern mit mir telefonieren- und ich habe erstmal 50 € weniger im Monat, die mir vom Konto abgebucht werden (50 Tacken! Dafür kriegt man in Wedding mehr als 20 Kästen Stierbier aus dem Asi-Netto, der u.A. auch als Dixie-Klo und Trinkhalle dient).
Gone Texting!
Kein Handy haben ist allerdings ein Luxus, den ich mir nicht leisten kann. Irgendwie müssen mich ja die Eltern und die GEZ erreichen. Außerdem kriege ich immer direkt blutenden Herpes im Gesicht, wenn mein Akku plötzlich schwächelt. Mit Herpes ist nicht zu Spaßen, das kriegt man nie wieder los. Ich habe noch ein lila Sony Ericsson hier rumliegen (ich nenne es “Hässlich”), das könnte man ja für eine weitere SIM Karte missbrauchen. Wo ist mein Konfetti?
.. und so beginnt auch der Vergleich aller Vergleiche: Prepaid SIM Karten Anbieter. In einem schnellen Überblick könnte man behaupten, dass sich kein Anbieter vom anderen unterscheidet. Außer Ay Yildiz. Überraschender Erfolg vor allem in Neukölln und Kreuzberg.
Bei näherer Betrachung gibt es allerdings doch Unterschiede. Ich habe mich von Anfang an für ein SIM-Angebot im T-Mobile Netz entschieden, alles andere ist Funkloch-Selbstmord (und wenn man schon ein Mobiltelefon mit sich herumtragen muss, kann man ja wenigstens dafür sorgen, dass das mit den Netzen hinhaut). Außerdem hat das auch ein bisschen was mit Loyalität zu tun. T-Mobile, egal wie teuer und undurchsichtig, ist der einzige Dienstleister (das meine ich branchenübergreifend) der mir in 21 Jahren bisher immer entgegen gekommen ist. Immer. Die kann man auch an Weihnachten anrufen und sich über die Rechnung aufregen, und dann bekommt man eine großartige Gutschrift (oder zumindest eine passende Erklärung) und ist wieder ein glücklicher Kommunikationsdepp. Nach vier Jahren T-Mobile hatte ich nicht eine einzige schlechte Erfahrung und auch wenn die SIM-Anbieter sogesehen nur Parasiten im Netz sind, bin ich ausnahmsweise mal pinke Brand Bitch.
Prepaid im T-Mobile (D1) Netz
Bleibt also nicht viel übrig. Congstar, CallMobile und Klarmobil kämen preislich in Frage, nur dass ich klarmobil schon alleine deshalb ausschließe, weil die es schaffen, mich im Kino jedes Mal in einen Zustand des Terrors zu versetzen. Da werd ich echt zur blutpissenden Ameise, wenn ich diesen hässlichen Typen sehe, wie er rumbrüllt. Wer andere Menschen so quält, der verdient es nicht, erfolgreich zu sein.
Also Congstar: Paketpreis kostet 10 Euro, Startguthaben ist 10 Euro, Taktung 60/60, telefonieren und SMS in alle Netze jeweils 0,09 € pro Minute.
Callmobile hat ein identisches Angebot. Daher wähle ich Congstar aus, allein weil die die schönere Webseite und den stylischeren Namen haben. So kauft man heute ein, meine lieben Freunde. Und das beste? Die unglaublich flexiblen Möglichkeiten, die Karte aufzuladen. Per Bankeinzug. An der Supermarktkasse. Per SMS. Am Bankschalter. Meine Faulheit hat eine ganz neue Dimension damit angenommen. Mal sehen wie das wird. Und am wichtigsten: ob ich es schaffe, nicht mehr mit dem anderen Vertrag zu telefonieren, der durch den Tarifwechsel unendlich viel teurer geworden ist… may the force be with you.
PS: Weiß jemand, ob man jedes GSM-Handy in Südostasien & Australien benutzen kann? USA wird wohl sowieso unmöglich. Blöde Amis.